Prinzip der Datengenossenschaft

Vorteile einer Genossenschaft

Was einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.

(Friedrich Wilhelm Raiffeisen)

Die Rechtsform der Genossenschaften ist seit jeher ein etabliertes Konzept zur Umsetzung von Verbundvorhaben. Die Ziele werden hierbei gemeinsam und gemeinschaftlich verfolgt. Zudem wird durch das Identitätsprinzip sichergestellt, dass die Interessen der Mitglieder in den Mittelpunkt gestellt werden – ein Prinzip, das die Genossenschaften von anderen Formen der kooperativen Zusammenarbeit abgrenzt.

Konzept der Datengenossenschaft

Unser Erklärfilm zum Konzept der Datengenossenschaften. Teilen Sie das Video gerne in Ihrem Netzwerk!

Vom digitalen Abbild zum kooperativ-genossenschaftlichen Ökosystem im Mittelstand.

Digitales Abbild

Digitale Abbilder bilden mittels verschiedener Parameter die Realität in der Virtualität ab. Umgekehrt kann eine Veränderung des digitalen Zustands auf das reale Objekt übertragen werden.

Verknüpfung digitaler Abbilder

Durch die Verknüpfung einer Vielzahl vernetzter, digitaler Abbilder auf Plattformen können neue Wertschöpfungspotenziale entstehen.

Kooperative Nutzung

Durch das Teilen dieser Informationen innerhalb eines Ökosystems und deren Nutzbarmachung mit Analytics und KI können neue Anwendungen und Geschäftsmodelle für die einzelnen Partner entstehen.

Stimmen zum Projekt

(Prof. Heiner Lasi, FSTI)

Durch die Kombination der Fähigkeiten von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und den Austausch von Daten über Internetplattformen können wir zusätzliche Wertschöpfungspotenziale realisieren. Im Rahmen unserer bisherigen Forschungsaktivitäten wurde deutlich, dass der Vertrauensraum zwischen den Unternehmen ein zentraler Erfolgsfaktor ist.

 Auch im Bereich der Datenökonomie eröffnet sie gerade für kleine und mittlere Unternehmen die Chance zur gewinnbringenden Zusammenarbeit, ohne dass die einzelnen Unternehmen im Rahmen eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses ihre Selbstständigkeit aufgeben müssen.

(Dr. Roman Glaser, BWGV)

(Prof. Dr. Hans-Georg Kemper, Universität Stuttgart)

Das Konzept der Datengenossenschaften kann nur funktionieren, wenn wir die Aspekte Datenqualität, Governance-Strukturen, Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung berücksichtigen.

Wichtig ist es für uns, solide Partizipationsmodelle und Koordinationsmechanismen im Kontext von Genossenschaften zu schaffen, um damit die Grundlage für tragfähige und nachhaltige Geschäftsmodelle gestalten zu können.

(Prof. Dr. Burkard Pedell, Universität Stuttgart)

Vorgehen

Das Projekt ist in zwei Phasen unterteilt und findet seinen Abschluss Ende 2021.

Bis dahin sollen die Ergebnisse der Interviews aus der ersten Projektphase durch die Gründung und Betreuung von drei Datengenossenschaften in der zweiten Projektphase validiert werden.

Phase 1

Phase 2

Praxisbeispiel aus dem Handwerk

Handwerksbetriebe im Baugewerbe müssen für die Umsetzung eines Bauwerks zusammenarbeiten, da jeder Betrieb zumeist nur eins oder wenige Gewerke und damit notwendige Bestandteile eines Bauvorhabens abdecken. Während der Bauphase benötigen alle beteiligten Handwerksbetriebe Zugriff auf den Bauplan und die Möglichkeit Informationen zum Baufortschritt mit vor- und nachgelagerten Gewerken auszutauschen. Dies geschieht heute selten durch eine gemeinsame Datenhaltung, sondern häufig durch viele einzelne zeitintensive Absprachen zwischen den beteiligten Handwerksbetrieben.

Zudem haben Handwerksbetriebe während eines Bauvorhabens Zugang zu vielen nicht-personenbezogenen Daten, wie beispielsweise dem aktuellen Baufortschritt oder Umgebungsbedingungen am Bau, wie die Temperatur oder Luftfeuchtigkeit. Diese Daten können nicht nur für Unternehmen anderer Branchen, sondern auch für Endnutzer oder Betreiber eines Gebäudes wertvoll sein.

Der Aufbau einer technischen Infrastruktur zur Erfassung und Verwertung dieser Daten sowie der zentralen Speicherung von Bauplänen und des Baufortschritt wird aufgrund des schwer abschätzbaren Aufwands jedoch von den wenigsten Handwerksbetrieben überhaupt in Erwägung gezogen. Genau bei solchen Vorbehalten kann eine Genossenschaft entgegenwirken: Denn in einer genossenschaftlich organisierten Gemeinschaft kann der Aufwand technische Infrastruktur anzuschaffen und diese zur Nutzung der Daten einzusetzen, aufgeteilt werden.

Handwerksbetriebe als Genossen könnten gemeinsam mit externen Experten eine technische Infrastruktur aufbauen, um Pläne und Kommunikation zentral zu speichern. Zudem könnten Handwerksbetriebe u. a. Bilddaten, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte zur Beschreibung der Umgebungsbedingungen verschiedener Punkte einer Baustelle liefern. Weitere externe Partner könnten hinzugezogen werden, um weitere Services anzubieten und die Daten nutzbar zu machen. Zum Beispiel kann ein Wetterdienst den Datenpool der Genossenschaft sinnvoll erweitern, um eine die Koordination der verschiedenen Gewerke direkt auf die jeweils notwendigen Wetterbedingungen abzustimmen. Partner mit Expertise im Bereich der Datenverarbeitung könnten Daten kombinieren und Prognosen zu Trocknungszeiten und Baufortschritt zur Verfügung stellen. Auf dieser Basis kann die Genossenschaft einen zeitaktuellen Baustellenplan erstellen und die Koordination aller beteiligten Unternehmen übernehmen. Handwerksbetriebe geraten als Genossen weniger stark in die Abhängigkeit externer Bauträger, bündeln ihren Koordinationsaufwand und haben die Chance zusätzliche Gewinne zu erzielen.

Zum Vergrößern anklicken! -Beispielhafte Struktur einer Datengenossenschaft im Handwerk

Genossenschaften sind im Handwerk nicht neu

Die gleichberechtigte Zusammenarbeit von selbstständigen Betrieben in Genossenschaften ist im Handwerk verbreitet. Einkaufs- und Absatzgenossenschaften setzen bessere Konditionen beim Ein- oder Verkauf für Ihre Mitglieder um. Produktivgenossenschaften bieten die Möglichkeit für mehrere Handwerker Kapital zu bündeln und gemeinsam einen Betrieb zu führen. Lösungen „aus einer Hand“ über mehrere Gewerke hinweg werden von gewerkübergreifenden Genossenschaften angeboten. Ausbildungsgenossenschaften übernehmen die Organisation der Ausbildung, sodass sich der einzelne Betrieb voll und ganz auf die praktischen Inhalte konzentrieren kann.
Wie das Beispiel im Baugewerbe zeigt, hat das Prinzip „Genossenschaft“ auch Potenzial das Handwerk bei der digitalen Transformation zu unterstützen.

Besuchen Sie unsere Website des Forschungsprojekts TREND für mehr Informationen zu unserer Zusammenarbeit mit dem Handwerk.

Oder melden Sie sich direkt per Mail bei Anna Rauhut.
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Vom Datenaustausch profitieren. Machen Sie mit beim Projekt Datengenossenschaften!

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