Datengenossenschaften – Aus der Praxis 3

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Autor

Maximilian Werling
Ferdinand Steinbeis Institut

Melanie Christine Kühlem
Universität Stuttgart Lehrstuhl für Controlling

Datengenossenschaft im Kontext Management von Kühl-/Schmierstoff (KSS)

In diesem Beitrag der Reihe „Datengenossenschaften – Aus der Praxis“ soll der Fokus auf Phase 3 des in der nachfolgenden Abbildung dargestellten Vorgehensmodells zum Aufbau von Datengenossenschaften gerichtet werden. In der Phase steht eine Detaillierung von digitalen Services und Erhebung der Anforderungen an eine technische Lösung an. Ebenso werden die Rollen und Verflechtungen der Partner analysiert, Schnittstellen und Prozesse diskutiert.

Erst wenn Wertschöpfungsszenario und entsprechende Services ausdefiniert sind und die beteiligten Unternehmenspartner ihre Nutzenperspektive berücksichtigt sehen, können die Anforderungen detaillierter erhoben werden. In dieser Phase werden meist in kleineren Gesprächsrunden relevante Daten und Informationen zur Realisierung der Services identifiziert und diskutiert. Wenn die notwendigen digitalen Abbilder noch nicht zur Verfügung stehen, werden Möglichkeiten untersucht, diese bedarfsgetrieben zu definieren und bereitzustellen.

Parallel zu den Workshops und Gesprächen wurde mit dem Aufbau einer prototypischen Lösung begonnen, um die Daten der unterschiedlichen digitalen Abbilder in einem kooperativen Datenraum zusammenzuführen. Es werden beispielsweise digitale Abbilder des KSS, des Zentraltanks und der Produktionshalle erstellt. Das digitale Abbild des KSS besteht u. a. aus den Zustandsdaten zu Konzentration, pH-Wert und Temperatur. Hieraus wurden dann Berichte und Analysen prototypisch realisiert und den Unternehmenspartnern zur Verfügung gestellt. Das Zusammenspiel der Partner, wird in der nachfolgenden Abbildung, zusammenfassend dargestellt.

Die oberste Ebene charakterisiert die Mitglieder der Datengenossenschaft. Die zweite Ebene die unterschiedlichen Services, die auf das gemeinsame Wertschöpfungsszenario „Optimierung des KSS-Managements“ einzahlen. Die dritte Ebene repräsentiert den kooperativen Datenraum, in die dem die Daten der unterschiedlichen digitalen Abbilder zusammengeführt werden und die Grundlage für die Servicegestaltung bildet. Auf der vierten Ebene werden die beteiligten realen Objekte – der Kühlschmierstoff selbst, der Zentraltank für KSS sowie die Produktionsumgebung – aufgeführt.

Die ersten Erfahrungen der Partner im Umgang mit den Daten und Reports sind die Grundlage für die kontinuierliche Verbesserung und Detaillierung unterschiedlicher relevanter Problemstellungen – in diesem Fall insbesondere der konkreten Serviceausgestaltung und Aspekte der Daten Governance.

Lesen Sie im nächsten Beitrag wie diese Erfahrungen dabei unterstützen, neue Regelungsstrukturen zur Institutionalisierung des digitalen Ökosystems festzulegen.

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